New Balance

Läufer am Strand mit dem Laufschuh MR756. Sowohl im Handel als auch im Internet taucht immer wieder die Frage auf, ob Laufen nicht den Gelenken schadet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem Laufanfänger und Unsportliche dieser Thematik eher skeptisch gegenüber stehen. Sie haben entweder Angst davor, durch ihr neues Hobby Langzeitschäden zu bekommen oder sie legen sich eben die passende Antwort zurecht, um gar nicht erst laufen zu müssen. Dass sich das Laufen allerdings alles andere als schädigend auf die Gelenke auswirkt, möchte ich mit diesem Blog-Eintrag verdeutlichen.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte das Magazin Skeletal Radiology eine Studie österreichischer Wissenschaftler, welche im Jahr 1997 im Rahmen des Wien-Marathons die Knie verschiedener Läufer sowohl vor als auch nach dem Lauf untersuchten. Weitere zehn Jahre später wiederholten sie die Untersuchung und gelangten zu dem Ergebnis, dass im Zeitraum von zehn Jahren keine weiteren Schäden aufgekommen sind.

Allerdings mussten die Wissenschaftler bereits zu Beginn der Studie eine negative Beobachtung machen.  Das Knie eines Läufers war so stark beschädigt, dass er noch im selben Jahr seine Laufschuhe an den Nagel hängen musste. Die Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass es dem Läufer besser gegangen wäre, wenn er weiterhin gelaufen wäre. Sie kamen zu dem Entschluss, dass Laufen die Knie nicht schädigt, sondern sie vielmehr schützt.

Im vergangenen Jahr wurde eine weitere Studie der Universität Stanford veröffentlicht. Von 1984 an untersuchten Wissenschaftler knapp 20 Jahre lang eine Personengruppe von 50- bis 60-jährigen Läufern, von denen bereits 6,7 Prozent eine leichte Arthritis diagnostiziert bekamen, und eine Gruppe von Nicht-Läufern, bei denen niemand unter der Gelenkerkrankung litt.

Fast 20 Jahre nach der ersten Untersuchung wurden beide Gruppen erneut gegenübergestellt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Knie der Läufer gesünder waren als die der anderen Kontrollgruppe. Eine leichte Arthritis konnte nur bei 20 Prozent der Läufer festgestellt werden, bei den Nicht-Läufern waren es ganze 32 Prozent. An schwerer Arthritis litten zwei Prozent der Läufer und zehn Prozent der anderen Gruppe. Auf Grund dieser Studien vermuten die Wissenschaftler, dass Laufen nicht mitunter etwa ein Auslöser für Arthritis ist, sondern vielmehr gewisse Schutzfunktionen hervorruft.

Trotz der beiden oben genannten Studien kann sich das Laufen dennoch negativ auf die Gelenke auswirken, falls die beiden Faktoren Übergewicht und Überbelastung nicht beachtet werden. Durch Übergewicht werden die Gelenke so sehr belastet, dass auch bereits trainierte und aufgebaute Muskeln das zusätzliche Gewicht nicht oder nur teilweise abfangen können. Experten raten deshalb dazu, erst abzunehmen bevor Übergewichtige mit dem Laufen beginnen, oder einen für sie geeigneten Laufschuh auszuwählen, der das zusätzliche Gewicht erfolgreich abfedert und/oder umverteilt.

Eine Überbelastung kann ebenfalls zu Langzeitschäden führen. Gerade Anfänger sollten es nicht gleich übertreiben und sich zu Beginn nicht verausgaben, sondern schonend laufen. Dies bedeutet, dass die Trainingsintensität langsam gesteigtert und Regenerationsphasen eingehalten werden sollen. Bei hochtrainierten Läufern, die ungefähr 70 bis 80 Kilometer in der Woche laufen, kann es ebenfalls zu minimalen Abnutzungen der Gelenke kommen.

Festzuhalten ist, dass Laufen den Gelenken nicht schadet, sondern sogar das Gegenteil der Fall ist: Die Muskeln in den Gelenken werden trainiert und das Gelenk somit zusätzlich geschützt. Durch die sogenannte Diffusion wird auch der Knorpel zusätzlich ernährt, da er nur durch Bewegung des Gelenkes auch tatsächlich an Nährstoffe gelangt. Die Antwort auf die anfangs gestellte Frage lautet also: Laufen schadet den Gelenken nicht!

Dann mal viel Spaß beim Laufen, Euer Daniel.

Verwendete Quellen: sueddeutsche.de, netzathleten.de

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Daniel Schöberl / 21.09.09
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2 Kommentare »

  1.  am 21. Sep schrieb Hannes

    Da immer wieder Leute so etwas behaupten, hat man manchmal natürlich schon etwas “Angst”. Das Problem dabei ist eben, dass wegen der möglichen Überlastung das Laufen eben doch schädlich sein kann – da wird dann sicherlich manchmal vertauscht, was nun genau mit schädlich gemeint ist, im übertriebenen Maß ist eben alles schädlich.

  2.  am 21. Sep schrieb Daniel Schöberl

    @ Hannes: Hallo Hannes,
    selbstverständlich kann Laufen im Übermaß schädlich sein. Allgemein geht man davon aus, dass Laufen von mehr als 70 bis 80 Kilometern in der Woche schädlich sein “kann”. Die Betonung liegt auch hier wieder auf kann.
    Gruß, Daniel.

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