von Dr. Ralf Wodopia – finisher concepts

Der Mann mit dem Hammer kommt bestimmt
Berlin Marathon bei Kilometer 32, alles tut weh, noch zehn schier unendlich erscheinende Kilometer liegen vor Dir. Dein noch lockerer, flüssiger Schritt, mit dem Du über die ersten Kilometer des Marathons wie in einem Triumphlauf zu fliegen schienst, ist einem sich Dahinschleppen in Sitz- oder Hohlkreuzhaltung gewichen – rien ne va plus.
Das Gefühl kennt jeder Marathonläufer. Ab der Hälfte oder spätestens im letzten Drittel der Distanz bekommst Du Probleme. Du kannst ein druckvolles Laufen und damit das angestrebte Tempo nicht mehr aufrecht erhalten. Viele Athleten lassen gerade in der Schlussphase eines Marathons viel Zeit liegen, die sie sich zuvor im engen Feld und mit einem hohen Anfangstempo mühsam erkämpft hatten.
Welche Ursachen liegen dem Einbruch zugrunde? Natürlich sind viele Faktoren an der Gesamtleistung in einem Wettkampf beteiligt. Beim Marathon sind es vor allem die Ausdauer und die Ernährung bzw. der Energiehaushalt des Körpers. Dazu kommen weitere Aspekte wie die Tempohärte, Material, Tempoeinteilung und die Psyche sowie Faktoren, die Du nicht oder nur beschränkt beeinflussen kannst, wie die Witterungsbedingungen. Vielfach unterschätzt und im Training häufig vernachlässigt werden aber die Kraftausdauer und die Bewegungsökonomie. Dass beide gerade in der Endphase des Rennens leistungslimitierend wirken, konnte in mehreren Studien wissenschaftlich bewiesen werden, zum Beispiel von den Amerikanern Edward Coyle und Tim Anderson oder Charles Guezennec aus Paris.












