New Balance

„Only those who will risk going too far – can possibly know how far they can go“
(Thomas Stearns ELIOT) - DREAM BIG, WORK HARD, BELIEVE

 

4. Gesamtplatz beim Rhein-Neckar-Cup 2010 oder
„Acting as if“ beim Viernheimer Vcard Triathlon 2010

Es heißt, dass man eine bestimmte Einflussgröße mit seinem Gegenspieler neutralisieren kann. Feuer mit Wasser, Kälte mit Wärme, Hass mit Liebe…Für einen Triathleten kann das auch bedeuten, den negativen Gedanken „Ich kann nicht mehr“ mit „ICH KANN“ zu bekämpfen. „Acting as if“ – also so tun, als ob der „Tank“ noch bis oben voll ist auch, wenn er sich dem Ende neigt. Sprich: Positiv denken.

DENN, wir können meistens viel mehr als wir uns zutrauen. Und es gibt viel zu viele Barrieren in unserem Kopf, die es nicht zulassen wollen. Am 22. August, beim letzten Rhein-Neckar-Cup-Wettkampf in Viernheim, hatte ich genau diesen Kampf in meinem Kopf.

Ich könnte es auf eine Reihe von Ursachen schieben, dass ich an diesem Tag schon recht müde und schlapp an den Start ging. Was auch immer – es gibt immer eine Entschuldigung (Erklärung) und letzten Endes spielt es keine Rolle. Man macht das, was man immer UND GERNE tut – man lotet neue Grenzen aus.

Also, auf ging es in den Kampf im Hemsbacher Wiesensee. Schon beim Start ging es ab der ersten Sekunde auf den Weg zu 1,5 km Prügelei. Aber das liebe ich an dem Sport  ;-) Full-Body-Contact! Manchmal zumindest. Fast wie beim Boxen. Die Tatsache, dass ohne Neo geschwommen wurde hat mir sehr gut gefallen – vor allem nachdem mir meine liebe Team-Kollegin Nina einen XS-Einteiler mitbrachte, der endlich richtig passte – und das Schwimmen um einiges angenehmer machte. Die Radstrecke des Viernheimer Vcard Triathlon ist – wie bei allen Rhein-Neckar-Cup-Wettkämpfen – ein KILLER. Nach den ersten 1-2 flachen Kilometern geht es direkt an den ersten Anstieg rauf zur Laudenbacher Ju-Höhe. Aber das ist noch nicht alles. Der Rad-Kurs erstreckt sich über ein ständiges auf und ab durch den Odenwald. Mal mehr mal weniger steil (an manchen Abschnitten bis zu 19% Steigung). Die Radzeiten in den Ergebnis-Listen sprechen Bände. Ich hatte mich aber beim Radeln wirklich noch sehr gut gefühlt. Bis auf den Kopf – der zu explodieren drohte. Aber das akzeptierte ich und ich hatte nicht das Gefühl, dass dies meine Rad-Beine auf irgendeine Weise beeinflusste. Selbst die Berge machten an diesem schwülen Tag noch Spaß.

Dann ging es nach der 42km-hardcore-Radstrecke auf die Topfebene und wirklich wunderschön im Wald gelegene Laufstrecke. Zwei Runden à 5 km mit Durchlaufen des Stadions nach der ersten Runde. Also auch für die Zuschauer sehr attraktiv.

Aber, oh jeh, als ich das Laufen begann, merkte ich direkt wie schwach ich schon zu Beginn der 10 km auf den Beinen war (man sieht es mir auf dem Bild auch an). Als hätte jemand meinen Muskeln die Sauerstoff-Zufuhr abgedreht. Ich wusste, dass dies ganz, ganz hart werden und viel Zähne zusammenbeißen erfordern würde. Dennoch versuchte ich, nur positive Gedanken zuzulassen. Dummerweise hatte sich dann auch noch meine neu getestete Wegverpflegung entschlossen zu einem groooooßen unverzehrbaren Klumpen zusammenzuschmelzen.

Und an einen Kampf mit einem montrösen Froschklumpen war in meinem Zustand nicht mehr zu denken. Also wurde der Monster-Frosch bei dem ersten Wendepunkt direkt entsorgt. Dabei hätte ich auf den letzten 10 km definitiv den schnellen Zucker gebrauchen können.

Etwas unglücklich war auch die Tatsache, dass eine der Topstarterinnen, Susann Dietrich, in der 3. Startgruppe eingeteilt war und zudem einige Athleten an der Bahnschranke in Birkenau anhalten mussten (sie erhielten dafür im Nachhinein 21 Sekunden Zeitgutschrift) – was das Feld am Ende etwas unübersichtlich machte. Somit hatte ich dann Mignon Vatlach nicht mit genügend Vorsprung überholt und es fehlten mir am Ende nur 13 Sekunden zum 6. Gesamtplatz. Etwas frustrierend.

Mignon während dieses Wettkampfes noch einzuholen, hat mich aber doch eine Menge Kraft gekostet. Sowie die Tatsache mich nicht von einer fliegenden Jenny Schulz einholen zu lassen. Und genau hier liegt der „Schatz“ begraben den ich mir bei diesem Wettkampf hart erarbeitet habe: Niemals zu Denken, dass man sein Limit schon erreicht hat! Denn es geht immer noch etwas mehr. Nur tut es unter Umständen heftigst weh, diese Grenzen zu erobern und zu überschreiten. Aber genau dies habe ich beim Viernheimer Vcard Triathlon geschafft. Ich habe meine mentale Grenze garantiert ein Stück weit verschoben und damit mehr Raum für bessere Leistungen geschaffen. Und genau darum war es für mich ein erfolgreicher Wettkampf auch, wenn es am Ende „nur“ ein 7. Platz gereicht hat. Ich habe es geschafft, mir konsequent im Kopf zu sagen, dass das noch besser geht – und habe nicht aufgegeben. Ich denke, ich habe ein Stück mehr gelernt, an mich zu glauben und das ist ein viel größerer Gewinn als eine bessere Platzierung.

Die vollständigen Top10 (Viernheim)/Top5 (Gesamtergebnis Rhein-Neckar-Cup) Ergebnisse (weiblich) könnt Ihr am Ende dieses Berichtes sehen.

Und ich schließe diesmal mit einem Zitat, das ich der fantastischen Athletin Christie Sym aus Australien (5th IM Canada 2010) von Ihrer Website geklaut habe:

„Only those who will risk going too far – can possibly know how far they can go.“ (Thomas Stearns ELIOT)
DREAM BIG, WORK HARD, BELIEVE (http://www.christiesym.com/ChristieSym.com/Home.html)

 

Ergebnisse Viernheim Vcard 22.08.2010

1 Krebs Meike 2:33:49.64 (21:26, 1:31:24 40:11) *21

2 Schäfer Jutta 2:34:32.53 (20:12, 1:34:31, 39:15) *21

3 Balbach Silvia 2:34:57.53 (24:31, 1:30:17, 38:16)

4 Dietrich Susann 2:36:39.74 (23:38, 1:30:34, 40:58)

5 Kuhn Nina 2:38:59.96 TriathlonTeamRheinMain (24:56, 1:30:06, 42:24)

6 Vatlach Mignon 2:40:17.91 (20:13, 1:36:36, 43:00) *21

7 Kuch Celia 2:40:30.21 TriathlonTeamRhein Main (24:11, 1:34:13, 40:25)

8 Niebauer Claudia 2:42:24.47 (25:10, 1:33:43, 41:22)

9 Schulz Jenny 2:44:01.41 (32:02, 1:33:50, 36:39)

10 Behrens Alexendra 2:44:05.01 (28:29, 1:33:02, 41:09)


Rhein-Neckar-Cup 2010 Gesamtergebnisse (weiblich)

Platz

Name

Gesamtpunkte

Mussbach

Ladenburg

Heidleberg

Viernheim

1

Schäfer, Jutta

2986,803

2:20:50

2:19:59


2:34:32

2

Schulz, Jenny

2937,837


2:04:52

2:18:47

2:44:01

3

Kuhn, Nina

2865,886


2:15:30

2:22:04

2:38:59

4

Kuch, Celia

2814,634


2:19:36

2:24:18

2:40:30

5

Quinten, Annette

2395,663

2:56:45

2:40:10

2:49:24



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Redaktion / 02.09.10

4 Kommentare »

  1.  am 02. Sep schrieb Matthias Engel

    Und ich dachte, ich hätte meine Babys gut erzogen?! Die sollten dir helfen und keinen Klumpen bilden. Da muss ich noch an der Erziehung feilen!!! :) )))

    Schönen Gruß von Papa Kermit

  2.  am 05. Sep schrieb Janikke

    Respekt! Tolle körperliche und vor allem mentale Leistung! Im kühlen Herbst klappt es dann auch mit der Wettkampfverpflegung!

  3.  am 06. Sep schrieb Celia

    @Kermit: Haha…eigentlich solltest Du mit mir böse sein dass ich die kleinen grünen Hüpfer freigesetzt habe ;) Bei der Challenge-Walchsee gestern gab’s dann doch wieder Haribo-Roulette-Weingummis zum lutschen :)

    @Janikke: Danke für deine netten Kommentare :) Freut mich immer sehr. Ja und gestern bei 15 Grad Wassertemperatur und dem ersten Schnee auf den Bergen um den Walchsee ist dann der Powerbar Riegel fast “gefroren”…hahaha…man kann’s mir aber auch nicht Recht machen gell ;)

  4.  am 07. Sep schrieb Matthias Engel

    @Celia: Warum sollte ich dir böse sein? Dieses Vor-Pubertäre Verhalten ist nicht zu tolerieren. Gemeinschaftlich stark, aber wehe einer ist allein in der Tüte, dann klebt der feige in der Ecke und kommt nicht raus! :) :)
    Aber deine Art Wettkampfverpflegung werde ich auch mal ausprobieren. Werde bestimmt nicht schneller, habe aber mehr Genuß! ;)

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